30. August 2008
Die Empörungsbewirtschaftung des ersten Zürcher Botellóns hatte zur Folge, dass man offenbar dabei sein musste, wenn man jung und hip sein wollte. Offenbar haben sich auch zahlreiche Medienvertreter vor Ort eingefunden. Alle in der Hoffnung, dem Ereignis etwas abzugewinnen. Erfolglos. Die VEranstaltung war harmlos. Gerade einmal 1000 Personen fanden sich auf der Blatterwiese zum Umtrunk ein. Nicht gerade viel, wenn man es in Relation zu anderen Ereignissen zieht. Keine Toten, keine Schwerverletzten, aber ein paar Besoffene. Das war alles. Da es auch nicht zu grösseren Ausschreitungen und Streitigkeiten gekommen ist als an einem ganz gewöhnlichen Wochenende im Kreis 5, stürzen sich die Medien halt auf den Abfallberg. Für die Moralapostel im Zwingli-Zürich ein leichtes und gefundenes Fressen.
Aufgabe der Medien ist es, Ereignisse in ihrer Bedeutung einordnen können. In diesem Fall ist es zum Beispiel dem “Tages-Anzeiger” nicht gelungen. Wenigstens fand die Berichterstattung heute nicht mehr auf den Frontseite statt. Trotzdem: Das nächste Ereignis wartet schon darauf, von den Medien hochgschaukelt zu werden. Die Geschichte wiederholt sich.
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29. August 2008
Wenn Gilles Yapi-Yapo aus der Elfenbeinküste gegen Adewale Dauda Wahab aus Nigeria spielt, dann spricht man heute bei uns von “Schweizer Fussball”. Die Schweizer Fussballklubs gleichen heute interkulturellen und meist auch sehr heterogenen Interessengemeinschaften. Es erstaunt deshalb nicht, dass immer mehr soziokulturelle Eigenschaften im Management der Klubs gefragt sind. Vor einem Monat entliessen die Berner Young Boys ihren Trainer, den ausgebildeten Primarlehrer Martin Andermatt. Heute wird die Multikultitruoppe von Vladimir Petkovic geführt, einem Sozialarbeiter. Mit ihm ist der Erfolg zurückgekehrt. Die Frage ist bloss: Ist der momentane Erfolg eine Eintagsfliege, oder wird er sich im Risikogeschäft Fussball länger halten können?
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28. August 2008
Ja, es stimmt, manchmal habe ich das Gefühl, ich sei schon ein bisschen ein Walliser geworden. Zweieinhalb Jahre Kommunikation hinterlassen ihre Spuren…
Seit Anfang 2006 verfügt der Kanton über eine “Antenne” in Zürich, die ich betreue. Wie das vor zwei Jahren eröffnete Verbindungsbüro von Information Valais für den Grossraum Zürich beigetragen hat, die Präsenz des Kantons Wallis in der Deutschschweiz zu steigern, berichtet heute die “Hotel Revue”.
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27. August 2008

Wie sage ichs meiner Liebsten? Ronaldinho tats über seinen Dolmetscher. Heute wissen wir: Auch ein Weltstar des Fussballs ist vor einer Absage nicht gefeit. Gut, er hätte sich, bevor er um die Hand der schwedischen Fussballerin Johanna Almgren anhielt, erkundigen können, ob sie denn noch single sei. Er tat es nicht. Die junge Frau sagte perplex: No, oder vielleicht auch nao. Obs so etwas auch auf brasilianisch gibt?
Via The Spoiler…
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27. August 2008
Haben Sie sich schon mal gefragt, wie die Schweizer Journalisten auf ihre Geschichten kommen? Ein anschauliches Beispiel liefert der Artikel über den Bundesratsbunker in Kandersteg, der heute im “Blick” veröffentlicht wurde. Dieselbe Geschichte wurde, wie hier berichtet, gerstern bereits auf “Spiegel online” veröffentlicht. Was in Deutschland durchaus einen Newswert hat, ist in der Schweiz längst bekannt und wurde in den Medien bereits vor Jahren breitgeschlagen. Merke: Man kann dieselbe Story immer wieder bringen – wenn man nur lange genug wartet.
Das Ziel jedes ambitionierten Journalisten sollte es sein, eigene Themen zu setzen. Der “Blick” war diesbezüglich einst eines der führenden Schweizer Medien. Heute ist man nur noch Mitläufer. Die Themenführerschaft auf dem Bloulevard hat heute “20 Minuten” inne.

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27. August 2008
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat nicht gesagt, dass sie sich mit Osama Bin Laden an einen Tisch setzen will, wie ein Blick in das Manuskript ihrer Rede zeigt.
[...] Sollen wir den Dialog suchen ohne zu unterscheiden, auch wenn das bedeutet, mit Ussama Ben Laden an einem Tisch zu sitzen? Was sollen wir mit Menschen, Gruppen und Staaten tun, die gegen das Völkerrecht und dessen Grundsätze verstossen? Wer ist ein Terrorist? Wer ist ein Freiheitskämpfer? Welche Mittel sind erlaubt bei der Verfolgung politischer Interessen, welche nicht? [...]
Die Nachrichtenagenturen AFP und AP irren mit ihrer Berichterstattung, Calmy-Rey wolle den Dialog mit dem Terrorfürsten suchen. Offenbar trauen ihr die internationalen Medien, nachdem sich die Aussenministerin schon mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad unvorteilhaft in Szene gesetzt hatte, alles zu. Der Aufschrei in der Medienwelt ist perfekt. Weshalb hat die Kommunikationsabteilung der Bundesrätin nicht auf eine deutlichere Sprache in ihrer Rede gepocht? Ein Satz hätte genügt.
Lässt die Bundesrätin keinen Widerspruch zu, oder wahrscheinlicher, ist sie von Kopfnickern umgeben? Tatsache ist: Wer über Kenntnis der Mechanismen der Medien verfügt, weiss, dass rhetorische Fragen missverstanden werden können. Einmal mehr zeigt ein kommunikativer Fehler grosse Wirkung. Die Schweizer Aussenpolitik unter Calmy-Rey hat schon wieder Schaden genommen.
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26. August 2008
Käme es wirklich zu einem Atomkrieg, dann wären die Überlebenden die US-Administration, ausgewählte Israeli, einige Insektenarten und die gesamte Schweizer Bevölkerung….Der Schutzraum ist eine geniale Schweizer Erfindung. In Friedenszeiten ist er vielfältig nutzbar als Lagerraum für selbstgemachte Konfitüre, Musikraum für pubertierende Rockstars und Weinkeller für wertvolle Flaschen.
Fréderic Venetz, Präsident der Arbeitsgemeinschaft “Schutz und Sicherheit”
Via Spiegel online
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26. August 2008
Seit der WM 2006 ist alles möglich. Freude herrscht, ein Leben lang – dank den Deutschen. Die Werbekampagne des Möbelhauses Seipp in der Schweiz polarisiert. Übrigens: Mein Sofa kommt auch aus Waldshut.
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23. August 2008
Der Konsens in der Schweizer Suchtpolitik basiert auf der Tatsache, dass es keine Gesellschaft ohne Drogen gibt und Repression alleine kein Lösung ist. Die Städte Lausanne, Bern und Zürich wollen die geplanten Botellónes nicht tolerieren. Dabei: Trinken, was auch immer, ist und war schon immer ein soziales Ereignis. Und Schnelltrinken tun schon die Kleinen, denen dies sichtlich Spass macht. Einen Vorgeschmack auf den für den 29. August geplanten Zürcher Botellón gabs bereits heute auf dem Hönggerberg (siehe unten).

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22. August 2008

Was will uns der Berner Gemeinderat Stephan Hügli mit seinem Wahlplakat sagen?
Möglichen Antworten:
- Bitte verwechselt mich nicht mit den Personen mit den gelben Kleidern. Ich bin der zweite von rechts und der Kandidat, der sich zur Wahl stellt. Gut zu wissen. Danke für den Hinweis. Es sind ja auch gar viele Personen auf dem Bild.
- Ich bin einer von euch. Volksnähe ist eine gute Sache. Doch sollte der Polizeidirektor in seiner Funktion nicht vor allem führen?
- Kleidung und Stil sind mir nicht so wichtig. Ich bin ja einer von euch. Eine orange Krawatte passt doch bestens zum roten Kragen meiner Jacke. Will der Stimmbürger sich von einem Gemeinderat lassen, der auf sein Äusseres keinen Wert legt und unprofessionell auftritt? Wird es seinen Job so erledigen, wie er auftritt?
- Ich bin ein richtiger Berner und stehe zur Stadt und ihrem Wappentier. Weshalb muss der Bär dann in die zweite Reihe?
Die Bildsprache ist eine andere. Mit Verlaub: So wird das nichts mit Ihrer Wiederwahl, Herr Hügli.
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