Weblog-Archiv für den 19.Juni 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

19. Juni 2008

Foulende Schweizer und Schwalbenkönige

Ausgeschieden nach drei Spielen, aber die Schweizer führen wenigstens in der Statistik. Keine Mannschaft hat mehr Fouls begangen als die Eidgenossen, ganze 65 an der Zahl. Ebenfalls an der Spitze steht die Schweiz in Bezug auf die Wutausbrüche: Ganze vier Mal ging mit Magnin & Co. nach einem eigenen Fehler oder einem Schiedsrichterentscheid das Temperament durch. Beim Verweigern des Mitsingens der Nationalhymne mussten die Schweizer allerdings mit Platz drei vorlieb nehmen: Nur Tschechen und Russen waren noch weniger gesangsfreudig. Nach der Vorrunde erlauben die On-the-Ball-Statistiken von Information Builders überraschende Einblicke auf die Euro’08.

  • Schwalbenkönige: Bislang gab es 27 “Schwalben”. Deutschland und Russland und die Türkei versuchten je 4 Mal, den Schiedsrichter zu einem Pfiff zu verleiten. Fairste Teams: Holland und Italien.
  • Wutausbrüche: Keine Mannschaft war so unbeherrscht wie die Schweiz mit 4 Wutausbrüchen auf dem Platz. Auf Platz zwei die Türkei, deren Spieler 2 Mal die Nerven verloren.
  • Vorgetäuschte Verletzungen: Hier liegen die Türkei mit Griechenland und Kroatien mit 3 Vorfällen an der Spitze.
  • Nicht gesungene Nationalhymne: Tschechien und Russland mit je 19 Spielern. Am anderen Ende der Tabelle: Rumänien und Österreich, bei denen das Absingen der Hymne Pflicht sein muss (Spanien ausser Konkurrenz, da die Hymne über keinen Text verfügt).
  • Am häufigsten ins Offside gelaufen: Portugal (16) vor Italien (11) und Deutschland (10) und Polen (10).
  • Fälschlicherweise Offside gepfiffen: Italien und Polen waren je 2 Mal Opfer falscher Schiedsrichterentscheidungen.
  • Gelbe Karten: Kroaten einsam an der Spitze mit 10 verwarnten Spielern, gefolgt von der Schweiz, Türkei, Griechenland und Österreich mit je 8.
  • Rote Karten: Deutschland. Türkei und Frankreich mit je einem Platzverweis.
  • Heftige Diskussionen mit dem Schiedsrichter: Holland, Deutschland, Österreich und Frankreich je 1 Mal.

Das Interview auf “TeleTop” (dem Sender mit dem breiten Ostschweizer-Dialekt) dazu gibts bei Youtube.

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19. Juni 2008

Super-Marios Abrechnung

Eine Mannschaft wird nicht besser, indem man sie stark schreibt. Die Schweizer Medien haben es trotzdem immer wieder versucht. Die Schweiz mit ihren sechs Millionen Bürgern, die sich das Trikot mit dem Kreuz überstreifen dürften, ein Kandidat für die Viertelfinals? Man wollte es dem Zuseher und dem Leser weismachen. Tatsache ist: Die Schweizer scheiterte nicht am Pech, sondern am eigenen Unvermögen. Mario Widmer, einst Sport-Chef des “Blicks”, dann Manager von Martina Hingis und Ehegatte von deren Mutter, rechnet in einem lesenswerten Artikel in der “Schweizer Illustrierten” in seltener Schärfe mit den Medien ab. Tenor: Sie hätten mit ihrer willentlichen Täuschung die Medienkonsumenten für dumm verkauft. Auch wenn er es nicht sagt: Der alte Platzhirsch zielt voll auf seinen Nachfoleger, “Blick”-Sport-Chef Walter de Gregorio. Von Widmers Schelte verschont bleiben nur “Tages-Anzeiger” und “NZZ”.

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