Weblog-Archiv für den 27.Februar 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

27. Februar 2008

Marcel Ospel kommuniziert richtig

Mitschuld bekennen, sich entschuldigen, Durchhaltewillen und Optimismus verbreiten und sich dank guter Leistungen in der Vergangenheit als Steuermann in der Krise positionieren. Nachdem der Entscheid bereits gefallen ist, dass Marcel Ospel mangels valabler Alternativen VR-Präsident der UBS bleiben soll, übt sich der oberste Chef der Bank vor den Aktionären an der ausserordentlichen Generalversammlung der UBS heute in Basel in Schadensbegrenzung. Er tut dabei alles richtig:

[...] Ich will die Situation nicht schönreden. Es steht ausser Frage, dass wir gewisse Entwicklungen falsch beurteilten. Natürlich steht der Verwaltungsrat in einer solchen Situation im Rampenlicht, und zuvorderst dessen Präsident. Ich habe Verständnis dafür, dass in einer solchen Situation Konsequenzen gefordert werden. Der VR hat diese Fragen, auf meinen Antrag hin, eingehend besprochen. Für den Verwaltungsrat und für mich persönlich, heisst Verantwortung in erster Linie Verpflichtung. An der Spitze eines Unternehmens zu stehen, erfordert neben der Pflichterfüllung auch Loyalität, Ausdauer und Mut [...]

[...] Popularität darf für mich und den VR nicht der Massstab unseres Handels sein. Wir müssen damit leben können, dass wir medial im Gegenwind stehen, dass sich die öffentliche Meinung gegen uns stellt. Solche Reaktionen nehmen wir zur Kenntnis. Sie sind unangenehm, bisweilen auch verletzend. Entscheidend sind sie nicht. Entscheidend sind Sie, meine Damen und Herren Aktionäre. Entscheidend ist, dass wir die Führung sicherstellen, die Lage emotionslos beurteilen, die Handlungsmöglichkeiten abwägen und dann rasch agieren, ohne überstürzt zu handeln.
Ich durfte diese Bank über viele Jahre massgeblich mitprägen. Ich werde die oberste Verantwortung niemals leichtfertig preisgeben, sondern will dafür sorgen, dass die UBS wieder auf den Erfolgspfad zurückkehrt, einen Erfolgspfad, den sie in den weitaus meisten Bereichen unserer Aktivität nie verlassen hat.
Als Mit-Architekt dieses Unternehmens, das in den letzten zehn Jahren einen beispiellosen Aufstieg zum weltweit führenden Vermögensverwalter und Finanzdienstleister vollzogen hat, empfinde ich eine hohe Verpflichtung, bei der Bewältigung der aktuellen Schwierigkeiten an vorderster Front mitzuwirken. In diesen zehn Jahren hat Ihre Bank Gewinne von 66 Mrd. Fr. erarbeitet. Nun müssen wir Ihnen am 23. April dieses Jahren über einen Verlust von 4,4 Mrd. Fr. Rechenschaft ablegen [...]

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27. Februar 2008

Kein Witz: Fussballer lesen

Oder sind es doch nur deren Trainer? Da soll noch einer sagen, im Fussball regiere nur Playstation. FC-Basel-Trainer Christian Gross outet sich im Medienmagazin “Klartext” als gut informierter Mensch, der täglich Zeitung liest – auch in den Ferien. Im Umgang mit den Medien spielt er heute, durchaus professionell, aus einer verstärkten Deckung. Das war nicht immer so. 1997, als Übungsleiter des Tottenham Hotspurs FC und des Englischen nicht wirklich mächtig, produzierte er kommunikative Fauxpas am Laufmeter und wurde er von den Medien richtiggehend zerfleischt.  Inzwischen hat er dazugelernt und ist in der Schweiz geblieben.

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