10. Februar 2008
7 Todsünden im Journalismus
1. Rudeljournalismus
- Journalisten folgen der öffentlichen Meinung und bewirtschaften die allgemeine Empörung. Die Neutralität bleibt dabei auf der Strecke. Fakten werden nicht mehr überprüft. Man schreibt, was die anderen auch schreiben.
2. Hysterie
- Hauptsache Spektakel: Journalisten neigen dazu, zu übertreiben. Aus der Klimerwärmung wird die Sintflut, aus einzelnen Vogelgrippefällen eine Epidemie.
3. Faulheit
- Unter dem Druck, täglich Geschichten produzieren zu müssen, leidet die kreative Eigenleistung. Die grössten Geschichten sind deshalb oft diejenigen, welche den Journalisten pfannenfertig präsentiert werden.
4. Eitelkeit
- Viele Journalisten sind eitel und lieben es, ihren eigenen Namen in den Medien zu lesen. Es wird geschrieben, auch wenn es nichts zu sagen gibt. Bezeichnend dafür die sind Kommentare in den Tageszeitungen, die meist eine vorgegebene Grösse haben, die um jeden Preis mit Text ausgefüllt werden muss.
5. Vergesslichkeit
- Neue Stories müssen her. Das hochgejubelte Idol von heute wird deshalb morgen schon fallen gelassen. Die Meinung der Medien wechselt bisweilen schneller als das Wetter. Briteny Spears war vor kurzem noch Stilikone und Vorbild für die Jugend, heute wird sie als die Mutter aller Rabenmütter dargestellt.
6. Oberflächlichkeit
- Notwendige Debatten über die Zukunft der direkten Demokratie und unsere Renten und Krankenversicherungen werden in den Medien nicht geführt. Stattdessen triumphiert das boulevardeske Einerlei.
7. Gier
- Das Angebot, Produkte gegen Entgelt wirkungsvoll in einer Sendung zu platzieren, ist verlockend und weckt die Gier der Medienmacher. Selbst gebührenfinanzierte Medien tappen in die Schleichwerbung-Falle. Mit dem Product Placement setzen sie ihr höchstes Gut, die Glaubwürdigkeit, aufs Spiel.





