2. Februar 2008
Bern: Vorwärts in die Vergangenheit
Nachdem die beiden Berner Zeitungen “Bund” und “Berner Zeitung” sich während Jahren vor allem als staatstreue und -tragende Medien positionierten, scheint der Wind unter der hoffnungslosen wirtschaftlichen Struktur des Kantons umzuschlagen. Tatsache ist: Im Bernbiet wächst nur noch die Subventionen verschlingende Landwirtschaft. Wirtschaftlich lebt man auf Kosten der Restschweiz, die gut verdienende Bevölkerung kehrt der Steuerhölle den Rücken, Wettbewerb ist verpönt. Das Image des Kantons ist dasjenige eines wirtschaftsfeindlichen Beamten-Standes. Boris Zürcher, Chefökonom von Avenir Suisse, nimmt in seinem Artikel in der heutigen “Berner Zeitung” kein Blatt vor den Mund. Als Berner Wirtschaftsflüchtling in Zürich kann ich die Analyse Zürchers nur bestätigen. Im Bernbiet aber man zufrieden mit dem, was man erreicht hat. Diese Meinung wird selbst in höchsten Stellen der Volkswirtschaftdirektion vertreten, wie ich kürzlich feststellen konnte: Wachstum sei nicht wirklich erstrebenswert, stattdessen setze man besser auf die “Konsolidierung des Erreichten”. Die Kur für den kranken Berner Bär wäre Steuersenkungen und eine konsequent wirtschaftsfreundliche Politik. Stattdessen verliert sich die rot-grüne Kantonsregierung in erfolglosen Wachstumsstrategien, die schlussendlich bloss Pflästerli-Politik darstellen. Es ist davon auszugehen, dass auch in den kommenden Jahren nichts ändern wird. Bern verarmt und verliert den Anschluss.






