Weblog-Archiv für Februar 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

29. Februar 2008

“Blick” setzt wieder auf nackte Tatsachen

In seiner Verzweiflung besinnt man sich an der Dufourstrasse auf erfolgreichere Zeiten und reaktiviert das “Blick”-Girl; bloss, diesmal nicht mehr auf Seite 3, wie Chefredaktor Bernhard Weissberg heute in seinem Scheffblog weiss. Der Berner solls wieder einmal richten. Im “Schweizer Journalist” verrät er wie. Nichts Neues von der Dufourstrasse, ist man versucht zu sagen: Längere Artikel und grössere Reportagen will man künftig dem Lesern zumuten. Irgendwie klingt das schon wieder so nach Bildungsauftrag. Dabei wollte man doch nach der Ära De Schepper (die “NZZ” nennt ihn heute linkskatholisch) weniger missionarisch wirken. Eine Bouelvardzeitung sollte unterhalten. Das Rezept wäre, sich vom verschämt “emanzipierten” weg wieder dem wahren Boulevard hinzuwenden. Das “Blick”-Girl ist eine Konzession an längst vergangene Zeiten.

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28. Februar 2008

Engländer in Frankreich abholen?

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Die Engländer sind auch während der Euro’08 willkommen. Unerklärlich ist mir nur, weshalb die TV-Spots von Schweiz Tourismus nicht in England gezeigt werden, dafür in Italien, den Niederlanden und Frankreich.

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27. Februar 2008

Marcel Ospel kommuniziert richtig

Mitschuld bekennen, sich entschuldigen, Durchhaltewillen und Optimismus verbreiten und sich dank guter Leistungen in der Vergangenheit als Steuermann in der Krise positionieren. Nachdem der Entscheid bereits gefallen ist, dass Marcel Ospel mangels valabler Alternativen VR-Präsident der UBS bleiben soll, übt sich der oberste Chef der Bank vor den Aktionären an der ausserordentlichen Generalversammlung der UBS heute in Basel in Schadensbegrenzung. Er tut dabei alles richtig:

[...] Ich will die Situation nicht schönreden. Es steht ausser Frage, dass wir gewisse Entwicklungen falsch beurteilten. Natürlich steht der Verwaltungsrat in einer solchen Situation im Rampenlicht, und zuvorderst dessen Präsident. Ich habe Verständnis dafür, dass in einer solchen Situation Konsequenzen gefordert werden. Der VR hat diese Fragen, auf meinen Antrag hin, eingehend besprochen. Für den Verwaltungsrat und für mich persönlich, heisst Verantwortung in erster Linie Verpflichtung. An der Spitze eines Unternehmens zu stehen, erfordert neben der Pflichterfüllung auch Loyalität, Ausdauer und Mut [...]

[...] Popularität darf für mich und den VR nicht der Massstab unseres Handels sein. Wir müssen damit leben können, dass wir medial im Gegenwind stehen, dass sich die öffentliche Meinung gegen uns stellt. Solche Reaktionen nehmen wir zur Kenntnis. Sie sind unangenehm, bisweilen auch verletzend. Entscheidend sind sie nicht. Entscheidend sind Sie, meine Damen und Herren Aktionäre. Entscheidend ist, dass wir die Führung sicherstellen, die Lage emotionslos beurteilen, die Handlungsmöglichkeiten abwägen und dann rasch agieren, ohne überstürzt zu handeln.
Ich durfte diese Bank über viele Jahre massgeblich mitprägen. Ich werde die oberste Verantwortung niemals leichtfertig preisgeben, sondern will dafür sorgen, dass die UBS wieder auf den Erfolgspfad zurückkehrt, einen Erfolgspfad, den sie in den weitaus meisten Bereichen unserer Aktivität nie verlassen hat.
Als Mit-Architekt dieses Unternehmens, das in den letzten zehn Jahren einen beispiellosen Aufstieg zum weltweit führenden Vermögensverwalter und Finanzdienstleister vollzogen hat, empfinde ich eine hohe Verpflichtung, bei der Bewältigung der aktuellen Schwierigkeiten an vorderster Front mitzuwirken. In diesen zehn Jahren hat Ihre Bank Gewinne von 66 Mrd. Fr. erarbeitet. Nun müssen wir Ihnen am 23. April dieses Jahren über einen Verlust von 4,4 Mrd. Fr. Rechenschaft ablegen [...]

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27. Februar 2008

Kein Witz: Fussballer lesen

Oder sind es doch nur deren Trainer? Da soll noch einer sagen, im Fussball regiere nur Playstation. FC-Basel-Trainer Christian Gross outet sich im Medienmagazin “Klartext” als gut informierter Mensch, der täglich Zeitung liest – auch in den Ferien. Im Umgang mit den Medien spielt er heute, durchaus professionell, aus einer verstärkten Deckung. Das war nicht immer so. 1997, als Übungsleiter des Tottenham Hotspurs FC und des Englischen nicht wirklich mächtig, produzierte er kommunikative Fauxpas am Laufmeter und wurde er von den Medien richtiggehend zerfleischt.  Inzwischen hat er dazugelernt und ist in der Schweiz geblieben.

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26. Februar 2008

Fallbeispiel: Architektur-PR

In einem kleinen Kreis von Fachleuten erfreut sich das Unternehmen in seinen Stammlanden eines hohen Bekanntheitsgrades. Darüber hinaus ist es trotz beachtlicher Leistungen aber weitgehend unbekannt geblieben. Jetzt möchte die Grab Architekten AG ihre Tätigkeit ausweiten und wachsen.
Die Kommunikation des Unternehmens war bisher herkömmlich und regionaler Art, wie dies im ganzen Land auch an anderer Stelle beobachtet werden kann. Das soll sich ändern. Der Bekanntheitsgrad der Grab Architekten AG, die als Generalplaner- und Totalunternehmer tätig und auf den Bau von Minergie-Bauten spezialisiert ist, soll gesteigert werden.
Ein erster Schritt dazu war die nationale Kommunikation des ersten Wohnhauses der Schweiz, welches mehr Energie produziert als es verbraucht. Mit dem Bau setzt die planende Grab Architekten AG einen neuen Massstab für nachhaltiges Bauen, der das Label Minergie-P-ECO übertrifft. Mehr…
Jetzt hat Josef Grab, der innovative Gründer und VR-Präsident des Unternehmens, der sich seit über 30 Jahren mit Fragen der Energieeffizeinz und Ökologie befasst, einmal durchgerechnet, was mit Sonnenenergie im Kanton Schwyz machbar wäre. Gemeinsam entstanden ist dieser Artikel, der vor kurzem in der “Zürichsee-Zeitung” erschienen ist und die Grab Architekten AG als ökologisch denkendes Unternehmen positioniert.
Fazit: Das Interesse an der Grab Architekten AG ist heute nicht mehr nur auf die Architekten-Szene beschränkt, sondern umfasst jetzt auch die angrenzenden Gebiete der Kantone Zürich und St. Gallen. Man redet über das Unternehmen, das wöchentlich Anfragen erhält, die sich auf die dessen Publizität beziehen.

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25. Februar 2008

Sarkozy macht auf Leuenberger

Casse toi, pauvre con!

Nicolas Sarkozy beschimpfte am Samstag bei seinem Rundgang durch die Pariser Landwirtschaftsmesse einen Besucher (Video).  Ist das der neue Regierungsstil, den Sarko den Franzosen versprochen hat? Hat selbigen Bundesrat Moritz Leuenberger hierzulande nicht schon lange klammheimlich eingeführt? Die Frage ist bloss: Wer hat da wem abgeschaut. Mehr dazu hier und hier.

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22. Februar 2008

Schlagabtausch mit Moritz Leuenberger

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Habe ich Ihnen eine Frage nicht beantwortet?

Bundesrat Moritz Leuenberger mag sich nicht wirklich erklären. Vor allem, wenn er sich zuvor mit der CO2-Abgabe im Bundesrat nicht durchsetzen konnte. Die journalistische Fragerei scheint für ihn eine lästige Pflichtübung. Dies unterstreicht auch seine Gebärdensprache im Schlagabtausch mit dem Journalisten Hanspeter Guggenbühl (im Video am Ende des Beitrages zur CO2-Abgabe).

Als Blogger hat ers da bedeutend einfacher. Passen ihm Kommentare nicht, schaltet der Medienminister sie einfach nicht frei.

Es gibt Kommentare, die habe ich nicht aufgeschaltet, weil sie klare Lügen enthalten. Es würde mir gar nicht viel helfen, sie im Blog richtig zu stellen. Sie würden sich trotzdem weiter verbreiten. Mein Wikipedia-Eintrag kommt doch recht verzerrt daher, einfach deswegen, weil dort jeder und jede irgendetwas hineintippen kann, mit dem Ergebnis, dass eine durchaus manipulative Wirkung entstehen kann.

Aha.

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20. Februar 2008

“Valais” ist jetzt auch wieder “Wallis”

Gross war der Unmut im deutschsprachigen Oberwallis über die Einführung der neuen Dachmarke “Valais”. Der Walliser Grosse Rat überwies ein dringliches Postulat an die Regierung, die deutsche Bezeichnung “Wallis” wieder im Logo einzuführen. Jetzt handelt der Verein Marke Wallis: Künftig soll die deutsche Sprache im Wallis wieder gleichberechtigt sein, neben dem Logo mit “Valais” eines mit “Wallis” verwendet werden. Schneller war noch selten eine neue Marke wieder vom Tisch. Merke: Sprachliche Minderheiten reagieren sensibel, wenn sie von der Mehrheit nicht berücksichtigt werden – ein Aspekt des Zusammenlebens,  den man von vorneherein hätte berücksichtigen müssen.

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19. Februar 2008

Auf der Piste sind alle gleich

Die “Olympiade des Klerus” in Fiesch fand dann schlussendlich doch ohne Bischof statt, wie der “Tages-Anzeiger” heute berichtete (nicht online zugänglich).

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18. Februar 2008

Klima: Alles schon dagewesen

Wer die Änderungen in der Natur bewerten will, muss sich an Zeitskalen orientieren, die für die Abläufe in der Natur entscheidend sind. Was wir heute klimatisch erleben, ist nichts Neues. Unsere Temperaturen sind auf dem Niveau der mittelalterlichen Warmzeit. Ist das so schlimm? Nein, denn ein Blick zurück zeigt, dass klimatische Warmphasen immer Zeiten waren, in denen es der Natur und damit auch dem Menschen besser ging als in den Kaltphasen. Diese Aspekte des Zusammenlebens geraten vor den medialen Warnungen vor dem Zusammenbruch des Systems Erde in den Hintergrund. Immer mehr Menschen fragen sich, ob uns die Natur für unser frevelhaftes Tun bestrafen wird und wenden sich dem Irrationalen zu – mit Folgen für die geistige Beweglichkeit. Wer wagt es denn heute noch als Abweichler den Klima-Gau überhaupt in Frage zu stellen? Stattdessen feiert der Ablasshandel mit Klimazertifikaten Urständ. Um die Welt zu verstehen, muss man sie als dynamisches System begreifen, das in stetem Wandel ist. Josef Reichholf führt uns in seinem Buch “Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends” in  überzeugend unaufgeregter Weise vor Augen, dass man die Welt nur verstehen kann, wenn man sie als ein System begreift, das in stetem Wandel ist. mehr…

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