Weblog-Archiv für Januar 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

12. Januar 2008

Frauen und Usability

Werbung von Frauen für Frauen. Damit werben die beiden Gründerinnen der Agentur Proud Mary für sich und ihre Dienstleistungen und bemühen dazu das Gendermarketing. Die Webseite der Agentur soll also vor allem Frauen ansprechen. Diese brauchen allerdings Geduld. 15 Sekunden dauert es im besten Fall, bis man sich auf der Webseite durch die Flash-Applikationen zu den relevanten Informationen durchgekämpft hat. Haben Frauen wirklich die Geduld dazu? Ich wage es zu beweifeln. Auf Proud Mary fühlt sich in die Anfangzeiten des Internets zurückversetzt, als Usability noch kein Thema war.

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11. Januar 2008

Darf man grosse Meister kopieren?

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Ein Hodler? Nein, ein Roschacher. Das Bild hängt seit kurzem bei uns in der Agentur. Eine Kopie? Nein, und wenn schon, darf man überhaupt grosse Meister kopieren? Ja, man darf, wenn man sie als Kopie deklariert. Denn:

Wer grosse Meister kopiert, erweist Ihnen Ehre.
(Konfuzius (551-479 v. Chr.)

Heute kopieren alle: Journalisten, aber auch Blogger. Schon immer kopierten Maler die alten Meister, auch Ferdinand Hodler. Hier noch ein Original Hodler.

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10. Januar 2008

Pro Juventute bleibt stehen

Als Schüler habe ich einst Pro-Juventute-Marken verkauft. Das war zu einer Zeit, als die Aktion Kinder der Landstrasse noch in vollem Gang war. Von diesem Image-Gau hat sich das Hilfswerk nie mehr ganz erholt und auch den Sprung in die kommunikative Neuzeit nicht geschafft. Bei Pro Juventute ist es wie bei vielen anderen Hilfswerken: Die Kommunikation erfolgt laienhaft. In den Kommunikationsabteilungen, so es denn welche gibt, sitzen Leute, die viel vom Hilfswerk viel, von effizienter PR aber nur wenig verstehen. Nur so ist es zu erklären, dass Pro Juventute zwar alle Gemeinschaftszentren der Stadt Zürich betreibt, dies aber niemand weiss. Man hält es einfach nicht für kommunizierenswert. Weshalb soll ich mich finanziell für Pro Juventute engagieren, werden sich potenzielle Geldspender sagen. Im Fundraising-Wettbewerb mit anderen, professionell geführten Hilfswerken wie zum Beispiel World Vision, wird in Zukunft eng werden für Pro Juventute.

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8. Januar 2008

Mit Charme und Emotionen siegen

Hillary Clinton wird immer wieder vorgeworfen, sie sei kalt und berechnend. Jetzt, etwas spät, zeigt sie erstmals Emotionen und redet mit bewegter Stimmer über ihre Belastung im Wahlkampf. Einige Wähler wird sie damit für sich gewinnen können. Andere werden ihr mangelnde Belastbarkeit vorwerfen. Der US-Wahlkampf zeigt wieder einmal deutlich: Präsidentschaftskandidaten müssen die Herzen der Wähler gewinnen. Barack Obama verkauft auf charmante Art und Weise und ohne klares Programm Hoffnung auf einen politischen Wechsel – und liegt in den Umfragen vor Clinton. Wer die Schweiz regieren würde, wenn die Bundesräte nach US-Vorbild die Herzen der Wähler gewinnen müssten? Die charmantesten Schweizer Politiker: Doris Leuthard, Micheline Calmy-Rey, Pascale Bruderer, Adolf Ogi, Toni Brunner, Anita Fetz, Christophe Darbellay.

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7. Januar 2008

Bin ich ein toller Liebhaber?

Sie kennen mich nicht. Wer beeinflusst Ihre Meinung am nachhaltigsten? Wem vertrauen Sie eher: Meiner Selbstanpreisung oder dem Urteil Ihrer Freunde und Bekannten?
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In der Liebe ist es wie in der Wirtschaft. Eine Marke lässt sich nicht allein durch Werbung und Marketing positionieren. Es braucht dazu mehr: Public Relations. Sie sorgen für glaubwürdige Wahrnehmung und einen starken Brand.

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6. Januar 2008

Baader und Hitler

Beide waren Muttersöhne, Schulabbrecher, erfolglos und widmeten sich dann der Kunst, als sich ihnen plötzlich die Möglichkeit bot, in einer Bewegung eine Rolle zu spielen. Nach unzähligen Büchern über die Rote-Armee-Fraktion (RAF) liegt nun die erste Biographie Andreas Baaders vor. Darin wird der Weg des Masterminds der RAF vom narzistischen Hochstaplers, dessen Orientierungslosigkeit erst mit seinem Eintauchen in die linksradikale Szene der 60er-Jahre endete nachgezeichnet. Interessant auch die Kommunikationsleistung des charismatischen RAF-Anführers: Noch heute hält sich die Legende der Isolationsfoltter in den Köpfen eines Grossteils der deutschen Linken aufrecht. Linke Mythen und die Vereinnahmung Krimineller als Galionsfiguren für die eigene Sinnerhaltung gibt es auch in der Schweiz. Stichwort: Walter Stürm. Dieser war ein ganz gewöhnlicher Krimineller. Keine Spur von Klassenkampf, sondern Egoismus pur. Auch dazu gibt es ein Buch.

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4. Januar 2008

Der Old-school-Millionär

Alfred Escher, der Begründer der modernen Schweiz und der wirtschaftlich mächtigste Mann des 19. Jahrhunderts, besass bei seinem Tod vor 125 Jahren ein Vermögen von 5 Millionen Franken. Damit war er damals einer der reichsten Schweizer. Dank Avenir Suisse wissen wir, wie viel sein Vermögen heute betrüge: 1,1 Milliarden Franken. Damit würde es Escher heute gerade noch unter die ersten 120 der 300 reichsten Schweizer schaffen. Im Unterschied zu den meisten dort aufgeführten, hatte Escher sein Vermögen allerdings selber erwirtschaftet. Was Escher mit seiner Machtfülle bewirkte, kann heute nicht mehr realisiert werden. Die Zeiten haben sich geändert: Wirtschaftlich und politisch. Der Vergleich mit Christoph Blocher, wie man ihn hier und dort bemüht, hinkt. Einzige Gemeinsamkeit zwischen Blocher und Escher: Beide wurden zu mächtig, machten kommunikative Fehler und wurden schliesslich vom “System Schweiz” gestützt. Während Escher verbittert starb, kann sich Blocher wenigstens in sein Schloss zurückziehen.

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2. Januar 2008

Das Regierungsmitglied auf dem Schemel

Wie will ich vom Volk wahrgenommen werden? Die Inszenierung von Staatsmännern und -frauen hat Tradition. Was für Könige und Kaiser recht war, ist heute für Popstars und selbst Fussballspieler gerade gut genug. Ein schönes Beispiel dazu hier. Der Bundesrat, seit kurzem mit einem Frauenanteil von 42%, gibt sich dieses Jahr ohne Christoph Blocher betont bürgernah und mischte sich für die Bundesratsphoto unter das Volk, was gefährlich sein kann. Denn ein Mitglied der Regierung wäre beinahe untergegangen. Damit es in der Masse sichtbar bleibt, hat man es auf einen Schemel gestellt. Wer ist es?
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2. Januar 2008

Migros setzt ein Zeichen zum Jahreswechsel

Wenig Aufwand, grosse Wirkung: Auch dieses Jahr kündigt das Migros-Hochhaus an der Pfingstweidstrasse in Zürich den Jahreswechsel an. Die Jahreszahl ist von weitem zu sehen. Photographen pilgern auf den Hönggerberg, um von dort den Jahreswechseln über der Stadt festzuhalten. Die Beleuchtung hat Tradition. Darauf verzichtet die Migros auch in Zeiten des kollektiven Lichterlöschen für die Rettung der Welt vor der Kilmaerwärmung nicht. Und das ist gut so. Dem Hausmeister ist für das Büro-Beleuchtungsmanagement ein Kränzchen zu winden.

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