Weblog-Archiv für Januar 2008

Medien und PR: Verstehen, was ist.

29. Januar 2008

Hotellerie: Style steht auch für “Bio”

Bereits vor Jahren hatte der Zermatter Jürg Biner erkannt, dass der Begriff “Öko” über Umweltschutz und ethische Korrektheit hinaus noch weitere Versprechen umfasst: nämlich Stil, Coolness und guten Geschmack. In seinem Style-Hotel hat er seine Philosophie umgesetzt. Als seine Eltern Anfang der 90er Jahre ihren Betrieb aufgeben wollten, realisierte er, dass er mit der Umstellung auf „Bio“ einen anderen, seinen eigenen Weg, gehen konnte. Er stellte die Skis, die für den Profi-Skifahrer die Welt bedeuteten, in die Ecke und wurde Hotelier.
Letzte Woche verbrachte ich mit meiner Tochter einige Tage in seinem Familienhotel, dessen Qualitäten sich unter den “Öko-Connaisseurs” herumgesprochen hat. Das Haus, nach ökologischen Grundsätzen geführt, unterscheidet sich bezüglich Komfort nicht von anderen Viersterne-Häusern. Sonnenkollektoren heizen das Schwimm- und das Sprudelbad, die Küche hat einen hervorragenden Ruf. Der Erfolg gibt Jürg Biner recht. Das Familien-Hotel ist sehr gut belegt. Die Investitionen von fünf Millionen Franken in das Haus sind bereits amortisiert. Der Bio-Tourismus boomt weltweit. Gemäss der International Ecotourism Society wird der Markt heute auf 77 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bloss hat das in der Schweiz noch niemand entdeckt: Unter den 4′000 Hotels im Land gibt es nur gerade zwei Betriebe, die sich dem Bio-Gedanken verschrieben haben.

  • Share/Bookmark

24. Januar 2008

Monika Stockers Paranoia

Der Vorwurf ist happig und bringt Monika Stockers Medienverständnis auf “TeleZüri” auf den Punkt: “Der Weltwoche-Journalist Alex Baur sagte, er wolle die Zürcher Sozialhilfe und mich selber kaputt machen.” Nachher schiebt sie nach, dass sie diese Aussage aus zweiter Hand erfahren hat. Die Frau leidet offenbar unter Paranoia, ist uneinsichtig und igelt sich ein. Weshalb hat Sie keine Vorwärtsstrategie zur Lösung der Probleme in der Zürcher Sozialhilfe gewählt? Entweder hat man von Krisenkommunikation in ihrem Amt wenig Ahnung oder die Frau ist nicht beratbar. Tatsache ist: Der Scherbenhaufen, den sie abgerichtet hat, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Monika Stocker hat dem Sozialdepartement geschadet, eine neue Sozialministerin muss her.

  • Share/Bookmark

24. Januar 2008

Kommunikation = Kundenbindung

abel.jpg

In letzten Jahr habe ich in einigen Hotels übernachtet. Doch nur eines scheint sich an mich zu erinnern. Das “Hotel de la chaux-d’abel” in La Ferrière im Berner Jura, das auf einem Hügel zwischen Wiesen und Wäldern unweit des Doubs liegt. Heute habe ich vom Hotelier-Ehepaar einen Brief erhalten, in dem sie die Neuerungen in ihrem Haus vorstellen und sich über die Aufnahme des Hauses in das Verzeichnis “Die schönsten Hotels der Schweiz” des Schweizerischen Heimatschutzes freuen. Das Hotel ist das romantischste und gleichzeitig einfachste Haus, in dem ich seit langem wohnte. So aufmerksam und unkompliziert die Hoteliers Agnès und Daniel Frochaux mit ihren Gästen umgehen, so liebvoll ist der Erinnerungsbrief an die Stammkundschaft formuliert. So ruft man sich positiv bei seinen Gästen in Erinnerung. Seltsam bloss, aber bezeichnend für den Zustand der Schweizer Hotellerie, dass viele Hoteliers diese Form der Kundenbindung nicht  nutzen.
Ich kann das “Hotel de la chaux-d’abel” jederzeit wärmstens weiterempfehlen. Das Haus hat eine bewegte Geschichte: Während des Zweiten Weltkrieges war es einmal im Besitz des Schokoladefabrikanten Richard Sprüngli gewesen, bevor es später während Jahrzehnten von einer Mennoniten-Familie geführt wurde. Der Jura war einst Zufluchtsort der von der bernischen Obrigkeit verfolgten Wiedertäufer, die nur in den Jurahöhen auf über 1000 Metern über Meer vom Bistum Basel geduldet waren. Noch heute ist in La chaux-d’abel eine Mennonitengemeinde beheimatet, was zur Folge hat, dass hier heute noch fast alle Bewohner der deutschen Sprache mächtig sind.

  • Share/Bookmark

23. Januar 2008

Mut zur einfachen Sprache

Im Mittelpunkt des zukunftsweisenden Kongresses stehen drei Problemkreise: die technische Realisierbarkeit im Bereich neuer audiovisueller Kommunikationsmittel in ihrer jeweiligen Relation zur wirtschaftlichen Praktikabilität und auch zur kundenseitigen Akzeptanz.

Wie bitte? Was will man uns sagen? Das Problem vieler Fachleute besteht darin, dass sie in ihren Kreisen fast nur mit anderen Experten verkehren und von Aussenstehendenoft nicht verstanden werden. Mit anderen Worten: Sie erzielen keine Aussenwirkung. Fassen Sie sich deshalb ein Herz und zeigen Sie Mut zur klaren Sprache: Verständlich, einfach, eindeutig und konzentriert. Mehr…

  • Share/Bookmark

19. Januar 2008

Krisenkommunikation im Fall Hostpoint

Ziel der Krisenkommunikation ist die möglichst schnelle, ehrliche und vollstände Information zur Wiederherstellung des Vertrauens in ein Unternehmen. Betrachten wir unter diesem Aspekt die Firma Hostpoint in Rapperswil, bei der auch diese Webseite gehostet ist. Laut eigenen Aussagen ist Hostpoint der grösste Webhoster der Schweiz und macht einen Millionenumsatz. Die Qualität des Angebotes schwankt allerdings schon vor der Übernahme der Sunrise-Kunden vor zwei Monaten. Bereits 2006 kam es zu einem Server-Gau. Immer wieder kommt es zu Unterbrüchen, und ich kann beispielsweise das Control Panel meiner Seiten nicht aufrufen. Meine Interventionen beim Support hatten keine Verbesserung zur Folge. Ich bin nicht der einzige: Schlechte Dienstleistungen und mangelhafte Produkte sprechen sich schnell um im Web 2.0. Mehr dazu hier und hier.

Vielleicht kann mir ja der Pressesprecher erklären, was bei Hostpoint los ist? Meine Anfrage beantwortete Pressesprecher Adrian Erni so:

[...] Während und nach der Migration hatten wir aufgrund von unerwartet vielen Zugriffen auf das Control Panel einige Probleme mit der Stabilität, die sich bei Tests vor der Migration leider nicht gezeigt hatten. Die Problemlösung war nicht trivial und daher nahm es einige Zeit in Anspruch, Massnahmen zur Verbesserung der Stabilität durchzuführen [...]

“Unerwartet viele Zugriffe”? Offenbar war man schlecht vorbereitet auf die Migration vorbereitet. Von Stabilität kann auch heute noch keine Rede sein.

[...] Teilweise wurden Vergleiche zu den grossen Ausfällen 2006 gezogen, bei solchen, die jeder Hoster in unserer Preisklasse ab und zu haben kann [...]

Gut zu wissen: Offenbar muss der Kunde bei Hostpoint aber ab und zu mit Abstürzen rechnen. Dies scheint für Hostpoint in der Natur der Sache zu liegen.

[...] Wir haben viele Massnahmen getroffen, die uns bezüglich Stabilität wieder an die Spitze bringen sollen. Solche Massnahmen sind aber für einen Hoster unserer Grösse nicht von heute auf morgen zu bewältigen [...]

Mit anderen Worten: Man gibt sich Mühe. Bis man die Sache in den Griff kriegt, kann es noch lange gehen.

[...] Uns ist ein gewisses Image-Problem durchaus bewusst, und wir können Ihnen versichern, dass wir alles versuchen und versuchen werden, um es wieder loszuwerden [...]

Das Bemühen von Hostpoint freut mich, doch professionelles Kundenmanagement sieht anders aus. Nachdem ich seit gut einem Jahr immer wieder Probleme hatte, ist mein Vertrauen in Hostpoint dahin. Ich werde diesen Weblog sowie Planet Welti und Quintamar deshalb schon bald bei einem anderen Anbieter hosten lassen. Für Sie als Besucher wird sich aber nichts ändern.

  • Share/Bookmark

18. Januar 2008

Wier rede ditsch!

wallisditsch.jpg

Die neue Walliser Dachmarke Valais (mehr…) wirft im deutschsprachigen Oberwallis hohe Wellen. Der Rottenbund, der sich gegen die “Verwelschung” des Oberwallis einsetzt, aber auch die lokalen Photoshopper, machen mobil.

  • Share/Bookmark

18. Januar 2008

Land-Lust

landlust.jpgNimmt man die aktuellen Auflagesteigerungen als Indikator, dann ist die Zeitschrift “Landlust” Vorbotin einer neuen Bewegung zurück zur Natur und hin zum einfachen Leben. “LandLust” ist das Special-Interest-Magazin für Familien im ländlichen Raum und das erfolgreichste deutsche Medienprodukt im Printbereich. Davon können Life-Style-Magazine wie “Vanity Fair”, die den neusten Trends in den Städten nachhecheln, nur träumen. Seit zwei Jahren auf dem Markt, liegt die Auflage heute bei über 261’000 Exemplaren. Gegenüber dem ersten Jahr entspricht dies einer Steigerung von 137 Prozenten, wovon andere Medien nur träumen können. Zum Vergleich: “Landlust” hat mehr als doppelt so viele Leser wie das “Manager-Magazin”. Drei Viertel der Leser sind weiblich, 80 Prozent haben einen eigenen Garten und 75 Prozent leben in ihrem eigenen Haus. In der Schweiz gibt es (noch) nichts vergleichbares.

  • Share/Bookmark

17. Januar 2008

Jamie Oliver und die Hühner

Ich kenne mindestens fünf Frauen, die Kochbücher von Jamie Oliver in ihrer Küche stehen haben. Oliver ist der Popstar der Schweizerinnen über 35. Der Grund für seinen Erfolg: Er ist erfrischend anders als Jacky Donatz und die aufgestellt-biederen “Al-Dente”-TV-Köche. Der Pop-Koch stellt seine Macht nun in den Dienst einer guten Sache: Mit seiner TV-Show Jamie’s Fowl Dinners auf Channel 4 will er nun die Essgewohnheiten der Briten in gesündere Bahnen lenken. Ob ihm dies gelingt, ist fragwürdig. Was er bereits erreicht hat: Indem er seine Zuschauerinnen auffordert, etwas teurere Freiland-Eier zu kaufen und auf Poulet-Fleisch aus Batteriehaltung zu verzichten, erlebt die Nachfrage nach tiergerechter Produktion einen Aufschwung.

  • Share/Bookmark

15. Januar 2008

Kommunikation für die Katz

Wenn Botschaften nicht ankommen…

cats.jpg

  • Share/Bookmark

14. Januar 2008

Valais: Das Wallis mit neuer Marke

valais.jpg Wallis kann vieles bedeuten – Wallis und Fortuna, die Stadt Wallis in Texas oder eben den Schweizer Kanton. Unverwechselbar macht letzteren dessen französischer Name Valais und das Matterhorn. Dieses bleibt in der neuen Marke erhalten. Valais, ist die neue Dachmarke für die Walliser Wirtschaft, die den Kanton bei Touristen, Konsumenten und Investoren bekannter zu machen soll. Die Logos der Walliser Destinationen, Produkte und Dienstleistungen bleiben auch unter der neuen Dachmarke bestehen. Verwendet werden darf die Marke Valais von allen Produktanbietern und Dienstleistern, die im Wallis angesiedelt sind und bestimmte Vergabekriterien erfüllen.
Marktforschungen ergaben: In den für den Kanton wichtigen Märkten Deutschland, Grossbritannien und Deutschschweiz wird “Valais” stärker mit dem Kanton assoziiert als “Wallis”. Wenig Freude an der Marke Valais hat man allerdings vereinzelt im Oberwallis. Die 87’000 Oberwalliser, Tendenz abnehmend, deren Dialekt zwar kaum jemand versteht, die aber in der Not aber auch des Französischen mächtig sind, fühlen sich von der französischsprachigen Mehrheit überstimmt. Nachdem der Entscheid nun einmal gefällt ist, gilt es, die Marke im Markt zu verankern. Dazu braucht es allerdings Geld. Ob der Kanton dieses sprechen wird, steht allerdings noch in den Sternen.
wallis.jpg Das zweisprachige Logo der Dachmarke mit Wallis (und Valais) verschwindet.

  • Share/Bookmark