“20Minuten.ch” hat als erste Online-Plattform Web 2.0 konsequent umgesetzt. Das junge Publikum weiss am besten damit umzugehen. Die Strategie zahlt sich jetzt aus: Erstmals liegt im November 2007 “20Minuten.ch” vor “Blick.ch”.
Nach dem Waldsterben jetzt das Klima. Der “Blick” will uns in einer Allianz mit WWF und anderen Umweltorganisationen weismachen, dass wir mit der Aktion “Licht aus!” etwas fürs Klima machen können. Wer nicht mitmacht, gilt als moralisch verwerflich. Was hat nur schon Michael Ringier vor kurzem gesagt? Was der “Blick” nicht sagt: Es ist ein verschwindend kleiner Beitrag, den die Schweiz leisten kann. Denn gemäss einer Untersuchung von Germanwatch sind die USA, China, Russland sowie Japan und Indien weltweit die grössten CO2-Emittenten. Die Schweiz gehört zu den bereits zu den Top 10 im Overall Results Climate Change Performance Index 2008.
Wie wurde der Aufruf befolgt? Wir haben das Licht auch gelöscht und einen Blick auf die Stadt Zürich geworfen. Das sah dann so aus. Nennen Sie 5 Unterschiede.
Vorher:
20.00 – 20.05 Uhr:
Einmal mehr stelle ich fest: Die Leser sind offenbar klüger als viele Zeitungsmacher denken.
Glaubwürdigkeit gewinnt man nicht durch aalglatte und austauschbare Allerweltsauftritte. Der TV-Spot der Fischer Bettwaren-Fabrik, dessen von Werbern verkannte Wirkung auf diesem Blog auch schon thematisiert wurde, findet seine Adelung durch einen Nachahmer. Die Frage ist offen: Welcher Spot ist besser?
Tatsache aber ist: Die Wirkung der Kopie ist von begrenzter Dauer, falls nicht mit anderen kommunikativen Massnahmen nachgestossen wird. Und hier gehts zum Original.
Die erste Ausgabe von “News” ist da. Das Gratisblatt, das laut eigenen Angaben die “spannende, aufregende Welt der Nachrichten auf den Punkt bringt”, zielt heute knapp am Pendlerpublikum vorbei. Der Titel widmet sich dem Ausnüchtern der Euro’08-Besucher im Zivilschutzbunkern; dazu eine Story zu Algeriens Reparationsforderungen an Frankreich. Hat die Angst vor der Konkurrenzierung der Bätter aus dem eigenen Haus dazu geführt? Die Redaktion muss sich gewaltig anstrengen, will sie ihre Leser finden. Deren Auswahl ist gross. “.ch” ist heute eindeutig besser gemacht.
Rauchfreie Zonen in Restaurants, öffentlichen Gebäude und auf Bahnhöfen finden überall Zuspruch. Im ganzen Land? Nein. Ein kleines Kollektiv im Zürcher Kreis 5 leistet erbitterten Widerstand. Die linke “WOZ” sieht durch die Rauchverbote die Freiheit der BürgerInnen bedroht. Der Feind? Na klar, der Neoliberalismus. Als Experten für die Freiheit der Raucherinnen und Drogenabhängigen hat man dazu dem deutschen Sex- und Drogenpapst Günter Amendt eine Plattform geboten. Für ihn ist klar:
Rauchverbote sind eine massive Einschränkung der Persönlichkeitsrechte von Millionen von Menschen, die vom Rauchgenuss nicht ablassen wollen oder können. Weil sie süchtig sind.
Blauer Dunst für freie BürgerInnen: Die “WOZ” ist die einzige Zeitung im Land, die sich noch um die Rechte der Raucher kümmert. Will man sich damit neue Lesersegmente erschliessen? Ich vermute eher: Drei Viertel der “WOZ”-Redaktoren sind Raucher.
Was wollen uns die Touristiker von Airolo wohl sagen?
a) Hier finden sich lesbische Paare
b) Snowboarder haben hier nichts zu suchen
c) Für Heteros gibts hier keine Pisten
Wie verschiedene Medien berichten, wird diese Werbung der Locarneser Firma Ferrise Comunicazione nur in Italien lanciert. Übrigens: Das Ziel der Werber war zu vermitteln, dass man in Airolo die “Reinheit der Gefühle” erleben könne. Fazit: Kopflose Werbung führt im Tourismus in die Irre – und Bildsprache ist oft Glückssache.