21. Dezember 2007
Werte alter Tugenden im Bankgeschäft
Die Bank Wegelin, die älteste Privatbank der Schweiz, beschwört mit ihrer Weihnachtskarte alte Tugenden.
Verpflichtungen wurden früher dermassen persönlich und ernst genommen, dass man deren Verbriefung kalligaphisch untermauerte. Was wie der Bundesbrief der Eidgenossenschaft aussieht, ist in Tat und Wahrheit ein Kaufbrief aus dem Jahr 1795. In einer Zeit, in der anonyme minderwertige Hypotheken das Finanzsystem belasten, leuchtet dieses Schriftstück als Fanal für Vertragstreue: Wer so formvollendet schreibt, wird sich kaum um die Erfüllung der Verpflichtung drücken. Vielleicht müsste man beginnen, Schönschreibkurse anzubieten.
Es gibt mehrere Gründe, weshalb ich mich schon vor einem Jahr von der UBS weg und hin zur Bank Wegelin gewandt habe: Die Teilhaber der Bank haften mit ihren Privatvermögen für die Kundengelder, was zusätzliche Sicherheit im Umgang mit den ihnen anvertrauten Geldern gibt. Statt mich wie die UBS mit Key-Punkten, deren Einlösung so unübersichtlich ist, dass ich einfach keine Zeit habe, mich damit auseinanderzusetzen, abzuspeisen, unterstützt die Bank Wegelin humanitäre Projekte. Das ist mir lieber. Übrigens: Die Weihnachtskarte mit persönlichen Grüssen wurde von Hand an mich adressiert.






