Weblog-Archiv für den 1.November 2007

Medien und PR: Verstehen, was ist.

1. November 2007

Ein NEIN als bestes Akquise-Argument

Indem er rechtsextremen Gästen klar machte, dass sie in seinem Hotel unerwünscht seien, wurde der Dresdner Johannes H. Lohmeyer über Nacht in Israel zum Helden. Auch in den deutschen Medien wird der 43-jährige als zivilcouragierter Hotelier gefeiert. Bisher haben ihm weit über 2000 Gratulationsmails erreicht – alle von potenziellen Neukunden. Hinzu kommen über 100 Briefe, darunter auch von Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden in Deutschland. 98% der Reaktionen sind positiv. “Viele haben uns geschrieben, dass sie bei ihrem nächsten Besuch in Dresden bei uns übernachten wollen”, sagte mir Lohmeyer am Telefon.

Was war geschehen? Als der Geschäftsführer des Dresdner “Holiday-Inn” erfuhr, dass zwei Funktionäre der rechtsextzremen NPD über www.hotel.de in seinem Hotel Zimmer gebucht hatten, wollte er dies seinen jüdischen und farbigen Gästen nicht zumuten und bat die beiden Politiker, nicht bei ihm zu übernachten. Für den Fall, dass die beiden Herren darauf bestanden hätten, im „Holiday Inn“ abzusteigen, hatte sich Lohmeyer eine weitere Geste einfallen lassen: “Ich darf Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag der Wiedergutmachung, für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.”

Zum Wortlaut des Briefes.

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